Alle 18 Minuten schauen wir auf unser Smartphone. Wir sind süchtig nach Information, nach Austausch, haben den Drang, ständig verfügbar zu sein und Leistung zu erbringen. Aber nicht die elektronischen Geräte an sich verursachen diesen Stress, sondern unser Umgang damit. Wir sind abhängig geworden. Es gibt Menschen, die trotz dieser ständigen Erreichbarkeit abschalten können. Für alle anderen eignet sich dieser Artikel.

Der Leistungsdruck im Nacken

Das Problem unserer Hochleistungsgesellschaft ist Folgendes: Pausen haben ein negatives Image. Daher haben wir viele Tasks offen und können nur schwer abschalten. Einige von uns habenCover Sales-up-Call mit Cordula Nussbaum Spaß an dieser Vielzahl von Projekten, andere sind – angetrieben durch ihren eigenen Perfektionismus – schnell an ihren Grenzen. Der Drang, ständig „on“ zu sein, wird immer größer. Sonst haben wir Angst, etwas zu verpassen und Erwartungen nicht gerecht zu werden, oder schlimmer noch, von den Kollegen negative Reaktionen dafür zu erhalten. Dieser Einfluss von außen treibt uns immer wieder in das Hamsterrad. Dauerhaft ansprechbar zu sein gibt uns das Gefühl, gebraucht zu werden. Gleichzeitig werden wir aber häufig gestört, ermüden schneller und bekommen nur schwer unsere eigenen Aufgaben erledigt. Bestätigung erhalten wir dadurch, dass wir fleißig sind. Ohne Grenze nach oben mündet das schlicht in Überarbeitung. Hinzu kommt der innere Drang, Arbeiten abschließen zu wollen. Dabei bräuchten wir nicht mehr Zeit, sondern mehr Mut, Dinge auch unfertig liegen zu lassen.

Wir sind ständig im Stress und diese permanente Performance schadet unserem Körper. Auf die Dauer lässt unsere Leistungsfähigkeit nach. 70 bis 90 Minuten am Stück können wir in der Regel Vollgas geben, danach nimmt unsere Produktivität automatisch ab. Wir pushen uns mit Koffein und fallen kurz darauf ins nächste Loch. Daher sind wir am Wochenende meist ausgelaugt und müssen uns regenerieren.

Abschalten und Pausen machen

Leistungssportler sind mit diesem Wechsel aus Anspannung und Regeneration bereits bestens vertraut. Sie wissen, dass Sie sonst nicht in Bestform an den Start gehen. Im Arbeitsleben ist dieser Gedanke aber bisher noch nicht überall angekommen. Achten Sie deshalb selbst darauf, sich Ihre Pausen bewusst zu legen. Gerade als introvertierter Mensch brauchen Sie Zeit, um sich zurückzuziehen und Ihre Batterien wieder aufzuladen. Auch wenn es vielleicht am Anfang schwerfällt, sollten Sie genau dazu Ihr Wochenende nutzen. Legen Sie nicht alle privaten Erledigungen auf diese beiden freien Tage, sonst starten Sie montags direkt wieder ausgelaugt in die neue Woche. Wenn Sie Samstag und Sonntag blocken, beginnen Sie ganz automatisch, die üblichen To-dos umzulegen und schaffen sich Ihren eigenen Zeitraum zum Abschalten.

Ein weiteres essenzielles Thema ist der Urlaub. Wer hat nicht schon einmal zwischen Hotelzimmer und Liegestuhl kurz in die Mails geschielt, um zu wissen, was in der Firma passiert? Aber um sich wirklich zu erholen, ist es ratsam, alle Arbeitsthemen zu Hause zu lassen. Noch einen Schritt weiter gedacht können Sie sich auch nach dem Urlaub einen kleinen Zeitpuffer „gönnen“, der Ihnen das entspannte Einarbeiten erleichtert. Dazu können Sie einfach Ihre Abwesenheitsnotiz zwei Tage länger einstellen, als Ihr Urlaub eigentlich geht, und auf Meetings verzichten. So müssen Sie sich mental nicht bereits am letzten Urlaubstag stressen, sondern können sich im Büro ganz entspannt erst einmal einen Überblick verschaffen.

Produktiver werden

Wissenschaftlich ist bewiesen, dass Sie mehr schaffen, wenn Sie sich Pausen zum Abschalten nehmen. Insbesondere Führungskräfte haben dann aber Angst, dass Dinge liegen bleiben, wenn Sie sich ausklinken. Häufig ist es aber so, dass mehr Aufgaben erledigt werden, da die Mitarbeiter beginnen, eigenständiger zu handeln. Sie können sich auch auf der Arbeit bewusst Zeit dafür nehmen, Ihre eigenen To-dos zu erledigen. Problematisch ist nämlich, dass Sie im Schnitt alle drei Minuten durch irgendeinen Störfaktor aus Ihren Aufgaben gerissen werden und dann gedanklich erst wieder reinfinden müssen – ein Vorgehen, das alles andere als Produktivität verspricht. Deshalb ist es sinnvoll, auch mal nicht erreichbar zu sein.

Dadurch, dass wir nun viel von unterwegs erledigen können, werden wir produktiver. Aber gleichzeitig nehmen wir den beruflichen Stress auch überallhin mit. Gerade die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, bietet viele Vorteile, aber ohne richtiges Abschalten sind Sie sehr schnell ausgelaugt. Während Arbeitgeber häufig Faulheit fürchten, ist eher das Gegenteil der Fall. Viele sind im Homeoffice engagierter, wollen Leistung bringen und finden nach Feierabend nur schwer den Abschluss. Es geht also weniger um das Thema Motivation, sondern darum, dass Sie sich selbst vor Überarbeitung schützen müssen. Definieren Sie klare Zeiten, in denen Sie Ihre Aufgaben bearbeiten, und einen festen räumlichen Arbeitsbereich. So können Sie ohne Störungen produktiv sein – manche sogar produktiver als im Büro – und finden anschließend die Zeit zum entspannten Abschalten.

Achten Sie auf sich

Es ist ratsam, Zeiten und Orte für Ihre Aufgaben bewusst zu wählen, statt einfach nur zu funktionieren. Vielleicht sind Sie morgens kreativer und arbeiten nachmittags besser organisatorische Sachen ab oder umgekehrt. Vielleicht brauchen Sie mittags eine lange Pause oder zwischendurch mehrere kurze. Probieren Sie verschiedene Aufteilungen aus, um rauszufinden, was am besten zu Ihnen und Ihrem Arbeitsrhythmus passt. Das Gleiche gilt auch in Bezug auf Stress: Analysieren Sie, was Sie gerade antreibt und wie Sie sich damit fühlen. Vielleicht ist es nur künstlich erzeugter Stress, der von Ihrem eigenen Anspruch oder dem Drang, fleißig sein zu müssen, ausgelöst wird. In jedem Fall sollten Sie sich eine Pause erlauben, um abzuschalten und anschließend mit neuer Kraft sowie produktiver noch mal durchzustarten.

Sie möchten mehr darüber erfahren, wie Sie den Drang ablegen können, ständig performen zu müssen? Dann hören Sie sich meinen aktuellen Sales-up-Call mit Cordula Nussbaum an. Die Zeitmanagementexpertin verrät Ihnen im Interview, wie Sie besser abschalten können und Pausen bewusster einplanen.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit diesem Thema? Hinterlassen Sie mir gerne einen Kommentar!

Warum Sie sich den Sales-up-Call zum Thema „Raus aus dem Dauer-ON“ anhören sollten:

Sie werden schon bald besser abschalten können, denn Sie erfahren unter anderem...
  • …welcher Abschalttyp Sie sind.
  • …wie Sie im Arbeitsalltag Phasen für konzentriertes Arbeiten festlegen.
  • …warum Sie sich Tabuzonen für Smartphone und Arbeit schaffen sollten.
  • …wie Sie als kreativer Chaot oder systemischer Macher am besten abschalten.
  • …warum Sie von anderen Ihren Kalender checken lassen sollten.

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