Empathie bedeutet, die Gefühle der anderen zu erkennen, zu verstehen und angemessen zu handeln. Wir verstehen darunter, achtsam mit unseren eigenen Gefühlen und denen des Gegenübers umzugehen. Aber unsere Empathiefähigkeit kann auch von anderen Antreibern überlagert werden. Daher stellen Sie sich vielleicht die Frage, ob Sie etwa empathielos sind. Die Antwort sowie Auswege aus dieser Situation finden Sie in diesem Beitrag.

Arten von Empathie

Unser Grundverständnis von Empathie ist recht ähnlich, dennoch können wir verschiedene Arten unterscheiden:
Divergente Empathie ist sehr lösungsorientiert. Wir analysieren das Problem aus unserer Perspektive und unterbreiten direkt Lösungsvorschläge, ohne uns länger mit der Situation oder den Gefühlen auseinanderzusetzen. Gerade in Unternehmen geschieht dies häufig, da wir effektiv arbeiten und Leistungen erzielen wollen. Die konvergente Empathie lässt sich mehr auf die Situation ein und möchte mitfühlen. In erster Instanz übernehmen wir die Perspektive des Gegenübers und stimmen ihm in seinen Gefühlen zu; eine Lösung suchen wir dabei aber erst einmal nicht. Daher empfiehlt sich eine Mischform der beiden Arten, da sich Ihre Mitarbeiter so verstanden fühlen und Sie gleichzeitig aktiv auf eine Lösung hinarbeiten. Die Herausforderung liegt allerdings darin, zu erkennen, wie viel Zustimmung jemand braucht und inwiefern er bereit für neue Perspektiven sowie Lösungsvorschläge ist.

Step 1: Gefühle erkennen

Gehören Sie zu den Personen, die bei traurigen Filmen mitweinen, in aufbrausenden Situationen klar Stellung beziehen oder auch bei Freunden mitfühlen, wenn ihnen etwas passiert? All das sind Zeichen von Empathie, die für uns alle offensichtlich sind. Durch unser Umfeld legen wir solche Verhaltensmuster aber gegebenenfalls ab oder sie werden von unseren stärkeren Antreibern überlagert. Anstatt nur an Ergebnisse und Leistungen zu denken, sollten wir uns fragen, wie wir diese Ziele am besten mit unseren Mitmenschen erreichen können und was dazu nötig ist. Geprägt durch unsere Social Media Bubble fällt es uns aber immer schwerer, auf andere Leute einzugehen und diese nicht gleich zu verurteilen. Dabei haben wir bereits als Kinder durch die Reaktionen unserer Eltern gelernt, wie wir Gefühle erkennen können. Wir sind somit schon sehr früh zu Empathie fähig. Mimik, Gestik und Stimme sind dabei unsere Wegweiser. Daher können wir auch leichter die Gefühle von Menschen erkennen, die uns näherstehen.
Also prinzipiell ist niemand von uns empathielos, sondern wir geben uns einfach nur immer weniger Mühe, Gefühle wahrzunehmen und dann angemessen zu reagieren.

Step 2: Gefühle verstehen

Im nächsten Schritt müssen wir Gefühle nicht nur erkennen, sondern auch kognitiv im Gehirn verstehen. Gefangen in unserer eigenen Perspektive können wir viele Schicksale und Situationen nicht nachvollziehen. Wenn Sie also aktiv daran arbeiten, neue Blickwinkel einzunehmen, werden Sie empathischer und finden neue Ansätze für Ihre Arbeit. Als Übungsfrage könnten Sie im Kopf immer wieder darüber nachdenken, wie eine Situation aus einer anderen Perspektive sein könnte. Um nicht empathielos zu sein, müssen Sie den Willen, die Gefühle des anderen zu verstehen, sowie die Vorstellungskraft, seinen Blickwinkel einzunehmen, mitbringen. Sie dürfen kein Urteil fällen oder Bedürfnisse klein reden, sondern dem anderen Gegenüber offen sein. Da Sie nicht alles selbst erlebt haben, ist es schwer, emotional nachzufühlen – aber probieren Sie es einfach durch aktives Zuhören.

Step 3: Angemessen reagieren

Um angemessen reagieren zu können, müssen Sie Ihr eigenes Urteil rausnehmen. Das bedeutet auch, dass Sie Situationen ihren Lauf lassen müssen, ohne bei bestimmten Anzeichen in Muster zu verfallen. Einwandbehandlung beispielsweise kann empathielos sein, wenn Sie nicht genau auf die Bedürfnisse Ihres Gegenübers angepasst ist und Sie nur Schema F folgen. Unser erster Impuls im Kopf ist häufig die Frage: „Wer hat Recht?“ Wir tendieren dazu, sofort unsere Position verteidigen zu wollen. Empathisch wäre aber, die andere Sichtweise als solche stehen zu lassen, ohne direkt zu urteilen oder einzuordnen. Gerade Menschen, die im Beruf täglich Entscheidungen treffen müssen, haben dabei häufig Probleme und müssen das aktiv üben.

Der Drang, ständig zu performen, lässt uns unser natürliches Empathieempfinden leider oft übergehen. Achten Sie darauf, nicht zwanghaft reagieren zu wollen, sondern halten Sie einen kurzen Moment inne, um die Situation für sich zu ordnen. So handeln Sie nicht empathielos, sind nicht impulsgetrieben und dennoch authentisch. Außerdem können Emotionen so leichter aus Diskussionen rausgehalten werden. Auf einer sachlichen Ebene bleiben – in dieser Verantwortung stehen alle Gesprächsteilnehmer. Sollte das schwierig sein, hilft ein Moderator oder Zeit, um auf Abstand zu gehen und zu reflektieren. Ebenso sollten klärende Fragen wie „Was meinst du genau?“ fester Bestandteil der Auseinandersetzung sein, um gegenseitiges Verständnis aufzubauen. Sonst kann es zu Missverständnissen kommen und die Fronten verhärten sich.

Empathielos im Beruf?

Wie Sie sehen, ist in jedem von uns Empathie als Fähigkeit angelegt. Gerade in Führungspositionen wird dies immer wichtiger,

KI-generiertes Bild

da wir nicht einfach über die Gefühle unserer Mitarbeiter hinwegschauen können. Eine der größten Kommunikationsbarrieren ist mittlerweile, dass wir alle unterschiedliche Hintergründe und Denkweisen haben – uns aber nicht die Zeit nehmen, uns damit aktiv auseinanderzusetzen. Eigene Bedürfnisse und Werte sind uns wichtig, sollten aber keinen Dialog unter Menschen verhindern.

Vielleicht haben Sie das Gefühl, empathielos zu sein, weil Sie andere Menschen nicht immer verstehen oder ihre Ansichten nicht gutheißen. Aber solange Sie ihnen Raum geben, ihre Meinung zu äußern und auf der Sachebene Argumente austauschen können, haben Sie eine empathische Basis gebildet. Indem Sie Menschen annehmen, können Sie besser Probleme lösen und Kooperationsbereitschaft erzeugen. Empathie funktioniert in zwei Richtungen, also gehen Sie einfach in den offenen Austausch. Eine sehr gute Frage für den lösungsorientierten Gesprächseinstieg lautet: „Wie machen wir das gemeinsam?“ Und so werden Sie mit etwas Übung und Zeit Ihre Empathie wiederfinden.

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Wie sind Ihre Erfahrungen mit diesem Thema? Hinterlassen Sie mir gerne einen Kommentar!

16. September 2020|Sales-up-Call|

Warum Sie sich den Sales-up-Call zum Thema "Empathie und Selbstempathie" anhören sollten:

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  • …wie Sie mit Menschen in Krisen richtig umgehen.
  • …anhand alltäglicher Beispiele wie Sie angemessen empathisch reagieren.
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  • …warum Empathie keine Schwäche ist, sondern zu Ihrer Stärke werden kann.
  • …was empathischer Stress ist und wie Sie sich davor schützen.