Die meisten Mitarbeiter kündigen, weil sie unzufrieden sind mit Ihren Vorgesetzten. Fluktuation, fehlende Motivation und Dienst nach Vorschrift kosten deutsche Unternehmen jährlich Millionen. Mit einer starken Führungsethik können Sie Ihren Betrieb attraktiver für Mitarbeiter machen und Ihren Führungskräften Orientierung bieten. Lesen Sie in diesem Beitrag, wie Sie die Grundsätze des ethischen Führens anwenden.

Sind die Chefs das Problem?

Führen bedeutet, Menschen dazu zu bewegen, ein Ziel zu verfolgen, zum Unternehmenserfolg beizutragen und sich selbst weiterzuentwickeln. Dabei kommt es natürlich auch vor, Mitarbeiter davon zu überzeugen, Dinge zu tun, die sie aus eigenem Antrieb nicht getan hätten. Aber genau das erreichen manche Vorgesetzte nicht auf eine menschlich korrekte Weise. In deutschen Führungsriegen finden sich sozial inkompetente Chefs, die zwar fachlich und inhaltlich ihren Job gut machen, aber einfach nicht mit den Mitarbeitern zurechtkommen. Daraus resultiert, dass gerade diese sich nicht wertgeschätzt fühlen und auf zwischenmenschlicher Ebene Spannungen entstehen. Leider kann es auch vorkommen, dass Vorgesetzte versuchen, durch Tricks und Manipulation die Leistung ihres Teams aufzubessern. Ursprung für das Verhalten der Führungskräfte ist oft deren schwieriges Verhältnis zwischen eigenen Rollenerwartungen bzw. Selbstverständnis und dem tatsächlichen Verhalten. Häufig werden Sie nicht richtig auf Ihren neuen Job vorbereitet – genau hier könnte eine Führungsethik helfen, erste Orientierung zu bieten.

Verbannen Sie Tricks aus Ihrer FührungsethikSales Up Call Frank Hagenow

Greifen wir nochmal das Thema Manipulation und Tricks auf: Zu Beginn sind Führungskräfte motiviert. Sie freuen sich auf die neuen Chancen – und unterschätzen oft die Verantwortung. Wenn sie ihre selbst gesteckten Ziele nicht erreichen, greifen sie zu Tricks und Manipulation. Nur so enttäuschen sie scheinbar weder sich selbst noch eigene Vorgesetzte. Leidtragende sind hierbei aber nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die Führungskräfte selbst. Sie fühlen sich unwohl, da dieses „falsche Spiel“ gar nicht ihrem eigenen Wesen entspricht. Es ist mehr eine Verzweiflungstat als böse Absicht. Aber diese Manipulation hilft maximal kurzfristig. Nach einmaliger Täuschung durchschauen Mitarbeiter die Absicht meist schon frühzeitig und steigen aus. Eben deshalb gehört Manipulation in keine Führungsethik, die langfristige Erfolge erzielen möchte.

Warum Chefs in Beziehungen investieren sollten

Leider realisieren Führungskräfte manchmal erst sehr spät, welchen Schaden sie mit ihrem Verhalten anrichten. Sie sollten sich weniger an ihrem eigenen Ideal orientieren, sondern ihre persönlichen Kompetenzen, Stärken und das eigene Entwicklungspotenzial ausschöpfen. Oft wissen sie instinktiv, welche Entscheidungen und welches Verhalten „richtig“ sind. Aber sie gehen lieber den leichten oder vorgezeichneten Weg, worunter das Verhältnis zu den Mitarbeitern und somit auch das Unternehmen nicht selten leiden.

Jeder Mensch hat ein tiefes, inneres Bedürfnis nach stabilen, verlässlichen Beziehungen. Im Arbeitsumfeld skalieren wir häufig nach messbaren Größen. Daher kommt die Bedeutung von Beziehungen, die schwer messbar sind, oft zu kurz. Aber gerade darauf fußt Ihre Führungsethik: Führung bedeutet Beziehungsmanagement. Nur so erzielen Sie, dass Ihre Mitarbeiter sich wohlfühlen und gerne mit Ihnen arbeiten. Langfristige Beziehungen basieren auf Vertrauen. Verzichten Sie deshalb auf Machtspiele und Manipulationsversuche. Vertrauensmissbrauch oder Anstrengungen, um sich selbst einen Vorteil zu verschaffen, richten bleibenden Schaden an. Sie führen zu Enttäuschungen, die sich negativ auf Motivation und Zusammenarbeit auswirken. Und schlimmstenfalls zur Kündigung führen.

Definieren Sie Ihre eigene Führungsethik

Als erster Schritt bietet sich ein Austausch zwischen Führungskraft und Mitarbeitern an. So können gegenseitige Erwartungen abgesteckt, Probleme frühzeitig identifiziert und behoben werden. Integrieren Sie deshalb eine ehrliche Feedbackkultur in Ihre Führungsethik. Dabei werden Sie auch feststellen, dass sich Unzufriedenheit nicht mit Geld bereinigen lässt (außer das eigene Gehalt ist der einzige Grund für die schlechte Stimmung). Wer ethische Grundsätze beachtet und auf Augenhöhe führt, wird damit auf Dauer erfolgreich sein. Dazu gehört es ebenfalls, auch unangenehme Wahrheiten verkünden zu können und die eigenen Entscheidungen nach außen zu vertreten.

In jedem Unternehmen kommt es vor, dass Probleme auftreten. Dabei sind manchmal nicht die auf den ersten Blick offensichtlichen Schwachstellen der wahre Auslöser. Halten Sie nach Fehlerquellen Ausschau und tauchen Sie in die Thematiken ein, um zukünftigen Problemstellungen vorbeugen zu können. Es lohnt sich, in Soft Skills wie Konfliktlösung zu investieren. Ebenso schätzen es Mitarbeiter, wenn sie ihren eigenen Freiraum haben. Ein Punkt Ihrer Führungsethik sollte deshalb auch die Aufgabenverteilung sein. Das altmodische Diktat von oben herab ist veraltet. Hierarchische Strukturen werden immer häufiger hinterfragt und abgebaut. Setzen Sie auf den Austausch mit Ihren Mitarbeitern und lassen Sie sich neue Richtlinien und Ziele „freigeben“. Die betroffenen Personen können nämlich besser als Sie abschätzen, ob die neuen Vorgaben machbar sind oder schlicht mit den derzeitigen Ressourcen nicht realisierbar. Scheuen Sie sich auch nicht davor, Ihre Visionen für den Werdegang des Unternehmens zu teilen. Das stärkt die Motivation der Mitarbeiter, da sie von Beginn an aktiv eingebunden sind, und außerdem können Sie so auch wertvollen Input aus anderen Perspektiven erhalten.

Treffen Sie die richtigen Führungsentscheidungen

Nicht jede Entscheidung, die Sie treffen, wird selbst mit einer guten Führungsethik das gewünschte Ergebnis erzielen. Aber das ist völlig in Ordnung, denn vielleicht war sie in dem Moment trotzdem die richtige Option. Meist können wir erst retrospektiv wirklich beurteilen, ob wir die bestmögliche Entscheidung getroffen haben. Und sollten Sie einmal bei sich selbst manipulative Tendenzen feststellen, hilft Ihnen folgende Frage: „Will ich gerade etwas erreichen, was ich auch problemlos laut vor der ganzen Besatzung verkünden könnte oder kann ich nur wenige Personen einweihen?“ So identifizieren Sie eigennütziges oder unethisches Verhalten frühzeitig. Orientieren Sie sich dann einfach an Ihrer eigenen Führungsethik und überdenken Sie Ihre Entscheidungen nochmal – zum Wohl Ihres Unternehmens und Ihrer Mitarbeiter.

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Wie sind Ihre Erfahrungen mit diesem Thema? Hinterlassen Sie mir gerne einen Kommentar!

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