„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ – ein Mythos, der sich zum Thema Vertrauen hartnäckig hält und auch heute noch fest in den Köpfen vieler Führungspersonen verankert ist. Dabei hat die Vertrauensforschung längst gezeigt, dass Vertrauen in die eigenen Mitarbeiter erfolgssteigernd ist. Die Herausforderung liegt darin, das richtige Mittelmaß zwischen notwendiger Kontrolle und Freiheit zu finden. Deshalb zeigt Ihnen dieser Blogbeitrag, wie Sie in Ihrem Unternehmen Vertrauen aufbauen.

Der Vertrauensfaktor in Unternehmen

Vertrauensvolle Beziehungen halten meist ein Leben lang. Es ist leicht, den richtigen Menschen zu vertrauen und auch Vertrauen zu erhalten, wenn man weiß, worauf man achten muss. Regeln, Verfahren, Prüfungen und das Vier-Augen-Prinzip der klassischen, „alten“ Unternehmensführung beispielsweise wirken sich negativ auf den Vertrauensaufbau aus; sie können sogar zum Missbrauch verleiten. Will der Chef zum Beispiel alle Produkte und Ergebnisse sehen, bevor sie zum Kunden rausgehen, senkt das den Eigenanspruch der Mitarbeiter – immerhin schaut der Chef ja sowieso nochSales up Call mit Eva Schulte-Austum einmal drüber. So wird unbewusst vermittelt, dass die Führung kein Vertrauen in die Leistung der Mitarbeiter hat. Zu intensive Kontrolle steuert das Verhalten also nicht dahin, dass sie eigenständig Wert auf eine bessere Qualität ihrer Arbeit legen, sondern der Druck demotiviert die Mitarbeiter und lässt sie Freiheiten direkt ausnutzen.

Wer Vertrauen zu den eigenen Angestellten aufbaut, erhält all das, was in keinem Arbeitsvertrag festgehalten werden kann: freiwilliges Engagement im Sinne von aktiver Mitarbeit auch außerhalb der Arbeitszeiten. Die Mitarbeiter sind motivierter, was sich über die Außenwirkung auch auf die Kunden überträgt. Es wird schneller gearbeitet, wodurch die Kosten gesenkt werden können. Herrscht hingegen Misstrauen vor, führt das zu häufigen Krankmeldungen und der bewussten Verheimlichung von Fehlern. Es leidet nicht nur die Beziehung zwischen den beiden beteiligten Personen darunter, sondern das Gefühl des Misstrauens überträgt sich häufig auf die ganze Abteilung. Das Gemeinschaftsgefühl bzw. eine funktionierende Unternehmenskultur sind daher eine gute Grundlage für den Vertrauensaufbau.

Die Beziehung zum Kunden

Vertrauen spielt auch eine wichtige Rolle den Kunden gegenüber. Diese sind bereit, 8-10% Aufpreis zu bezahlen für ein Unternehmen, dem sie vertrauen. Der Faktor stärkt also die Kundenbindung und wird zu einem Wettbewerbsvorteil. Daran müssen allerdings alle mitarbeiten, denn jeder Kontakt muss vertrauensstiftend sein. Denn jeder, der einmal eine unglückliche Situation mit Unternehmen erlebt hat, weiß, wie schnell Vertrauen zerstört ist und wie lange es dauert, bis man der Firma wieder eine Chance gibt.

Wichtige Eigenschaften, um Vertrauen aufzubauen

Zu einer vertrauensvollen Beziehung gehört Empathie für das Gegenüber. Auch auf emotionaler Ebene muss eine gewisse Nähe bestehen. Sie müssen in der Lage sein, sich in die andere Person reinzudenken beziehungsweise hineinzufühlen. Nur so können Sie ihr Verhalten nachvollziehen, ihre Interessen und Bedürfnisse erkennen und vertrauensstiftend handeln. Andernfalls kommt es schnell zu Missverständnissen. Worte und Taten werden falsch aufgefasst, und es entsteht Misstrauen.

Ebenso wichtig ist es, dass Sie sich darüber klar sind, was Sie von anderen erwarten. Auch hier kommt es andernfalls zu Missverständnissen. Enttäuschungen sind meist die Folge von nicht getroffenen oder unklaren Absprachen. Dabei lässt sich das sehr leicht vermeiden: Um Vertrauen aufbauen zu können, sollten Sie klar kommunizieren, was Sie erwarten und auch, was Sie bereit sind zu geben. In puncto Vertrauen ist es wichtig, nicht nur zu fordern, sondern auch zu signalisieren, dass man die Bereitschaft hat, etwas zu geben.
Menschen vertrauen, wenn sie die andere Person einschätzen können. Oder würden Sie dem Inhalt einer Überraschungsbox trauen? Daher sollten Sie darauf achten, Ihren eigenen Werten treu zu bleiben. Stehen Sie zu dem, was Sie gesagt haben, und handeln Sie auch danach. Eine weitere wichtige Eigenschaft ist Loyalität. Bleiben Mitarbeiter und Führungspersonen treu, selbst wenn schwierige Bedingungen herrschen, entsteht gegenseitige Wertschätzung und ein gestärktes Gemeinschaftsgefühl.

Die Eckpfeiler des Vertrauens

Sicherlich haben Sie in Ihrer Karriere schon Menschen getroffen, bei denen es Ihnen besonders schwerfiel, zu vertrauen. Bekannte Beispiele hierfür sind typische Tratschtanten, die jedes Detail direkt an die ganze Abteilung weitererzählen, oder Kollegen, die sich durch Lügen geschickt aus der Affäre ziehen. Vertrauen braucht Verschwiegenheit und Ehrlichkeit, um zu funktionieren. Wir wollen nicht, dass jeder alles über uns weiß. Daher sind Lästereien und Tratsch pures Gift für die Zusammenarbeit in Unternehmen. Selbst wenn dieser Vertrauensmissbrauch oberflächlich nur zwei Personen betrifft, überträgt sich dieses ungute Gefühl auf das gesamte Umfeld. Daher ist es ratsam, zuerst zu fragen, bevor Dinge weitererzählt werden.

Genauso ist es ein No-Go, Geschehnisse zu dramatisieren, runterzuspielen oder bewusst Details auszulassen. Solche Unehrlichkeiten können bequem sein. Manchmal schützen Sie dadurch sich selbst oder andere. Aber dennoch schaden sie immer dem Vertrauen, da sie irgendwann ans Licht kommen. Niemand muss jedoch perfekt sein. Jeder lästert mal, hat einen schlechten Tag oder behandelt einen Kollegen unfair. Aber Kleinigkeiten zerstören nicht sofort das hart erarbeitete Vertrauen. Seien Sie offen, gestehen Sie Ihren Fehler ein und arbeiten Sie an einer Besserung. Dann übersteht Vertrauen auch problemlos eine kleine „Krise“.

Erfolgsfaktor Vertrauen

Wenn Sie neu in einem Unternehmen sind, sollten Sie viel Wert darauf legen, Ihre Kollegen kennenzulernen. Wenden Sie die genannten Tipps an und achten Sie auf vertrauensstiftende Eigenschaften. Es ist bedeutend leichter, Vertrauen zu gewinnen, als es wiederaufbauen zu müssen. Investieren Sie deshalb viel Zeit in die Beziehung zu anderen Menschen. Kleine Fehler sind okay und verzeihlich, sollten aber die Ausnahme bleiben. Dann können Sie gemeinsam erfolgreich zusammenarbeiten und Führungskräfte ruhigen Gewissens Freiheiten erlauben.

Sie möchten mehr darüber erfahren, wie Sie Vertrauen zu Ihren Mitarbeitern aufbauen und auch erhalten? Dann hören Sie sich meinen aktuellen Sales-up-Call mit Eva Schulte-Austum an. Die Wirtschaftspsychologin ist Vertrauensexpertin und verrät im Interview 9 internationale Rezepte, wie Vertrauen im Unternehmen und im Umgang mit den Kunden Sie erfolgreich macht.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit diesem Thema? Hinterlassen Sie mir gerne einen Kommentar!

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  • …was wir von den glücklichen Dänen lernen können.
  • …wie Facebook als riesiges Unternehmen mit Vertrauen umgeht.
  • …warum wir Vorwürfe in Wünsche verwandeln sollten.
  • …welche Faktoren in Unternehmen besonders hilfreich oder bremsend für den Erfolg sind.
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