Jeder Mensch besitzt einen Spieltrieb. Diese Eigenschaft machen sich Werbung, Spielehersteller und auch immer mehr Coaches zunutze und entwickeln Gaming-Ansätze für ihren Bereich. Bereits bei Kindern zeigt sich, dass Spielen die Entwicklung fördert, und selbst im Erwachsenenalter lernen wir auf diese Weise leichter und schneller. Alle denkbaren Inhalte lassen sich spielerisch vermitteln. Im Unternehmenskontext gibt es deshalb sogenannte Planspiele, die Ihnen helfen, Ihren Betrieb zu optimieren und neue Arbeitsmethoden einzuführen.

Die Vorteile des Spielens

Beim Spielen verbinden wir unseren Verstand mit Haptik. Wir nutzen gleichzeitig Kopf und Hände, lernen so effektiverSales-up-Call mit Nils Bäumer und kommen auf neue Ideen. Durch den Spieltrieb wird auch unsere Fantasie freigesetzt – bereits dadurch, dass wir uns vorstellen, wie es wäre, zu gewinnen. Alles, was wir tun, resultiert relativ schnell in Erfolg oder Misserfolg, was den Lerneffekt zusätzlich verstärkt.

Jedes Spiel liefert uns Material, gibt uns Regeln vor und leitet uns zu einem klar erklärten Ziel. Um dabei aus den bekannten Rollen auszubrechen, werden Planspiele häufig nach draußen in die Natur verlagert – beispielsweise zum gemeinsamen Bau eines Floßes. In einem neuen Rahmen werden Situationen simuliert und Verhaltensweisen getestet, um auf diese Weise gemeinsam herauszufinden, was der beste Weg zum Ziel ist. Insbesondere zukunftsorientierte Planspiele stellen das Team vor eine Herausforderung. Hierbei wird nämlich etwas simuliert, von dem man nicht weiß, ob es eintritt. Unsere Welt wird immer komplexer und somit müssen wir lernen, auch auf Unvorhergesehenes zu reagieren. Hierbei helfen Planspiele, indem während des Verlaufs die Regeln geändert und somit auf neue Umstände agil reagiert werden muss. So wird das Team darin geschult.

Planspiele effektiv einsetzen

Planspiele schaffen eine gefahrlose Testumgebung. Ohne direkten Kontakt zu Kunden und losgelöst von Aufträgen können Verhaltensweisen getestet und optimiert werden. Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Herangehensweisen: Das Planspiel kann sehr nah am eigenen Arbeitsalltag angesiedelt sein und so typische Situationen auf spielerische Weise darstellen. Dadurch sind gelernte Inhalte leichter übertragbar auf das eigene Berufsumfeld. Gleichzeitig stecken die Teilnehmer aber noch in ihren festen Rollen und sind so in ihrer Kreativität und Flexibilität gehemmt. Daher empfiehlt es sich, insbesondere wenn es um Innovation oder Verbesserung der Teamdynamik geht, das Planspiel vom beruflichen Bereich zu lösen und eine komplett neue Aufgabe zu stellen. Durch den Perspektivwechsel werden neue Potenziale und Stärken aufgedeckt, die dann gemeinsam auf den Arbeitsalltag übertragen werden können. Dadurch können sowohl das eigene Verhalten als auch Abläufe im gesamten Betrieb optimiert werden.

Außerdem bieten Planspiele auch die Möglichkeit, abstraktere Zusammenhänge greifbar zu machen. Unternehmenswerte hängen im Betrieb einfach nur an der Wand. Aber haben Sie mal darüber nachgedacht, ob Ihren Mitarbeitern wirklich so klar ist, wofür Sie gemeinsam stehen? Kreative Aufgaben in spielerischer Form eröffnen einen neuen Zugang zu solchen Themen, die dann auch auf eine tiefere Ebene gelangen und über Aussagen wie „Klar, Wertschätzung ist doch selbstverständlich“ hinausführen. So beziehen Sie die Menschen in eher theoretische Themen mit ein und verknüpfen Emotionen mit den erarbeiteten Ergebnissen, die auch Ihnen einen neuen Einblick bieten.

Typische Verhaltensweisen aus Planspielen

Beim Spielen zeigt sich der Charakter eines Menschen. Diese Aussage kann wohl jeder unterschreiben, der schon einmal mit Freunden „Mensch ärgere Dich nicht“ gespielt hat. Bei Planspielen lernen Sie Mitarbeiter oft von einer neuen Seite kennen. Außerdem werden Stärken und Schwächen der Kommunikation innerhalb des Teams aufgedeckt. Sie können erkennen, wer wirklich wertvolle Inhalte liefert und wer kommunikativ mehr die Führung übernimmt. Vielleicht verteilen Sie danach sogar die teaminternen Rollen neu?

Während des Spielens wird Ihnen außerdem auffallen, dass Belohnungen, die zeitlich nahe liegen, wesentlich effektiver sind als spätere Belohnungen. Selbst wenn der Gegenwert der Belohnung geringer ist, werden Ihre Teilnehmer eher auf die greifbare Gelegenheit eingehen statt länger zu warten. Außerdem lassen sie sich nicht gerne etwas wegnehmen, was sie schon einmal besessen haben. Binden Sie also Besitztümer in das Planspiel mit ein, so ist es egal, wie belanglos sie sind – Ihre Mitspieler werden alles daransetzen, diese zu behalten. Zwei Verhaltensweisen, die Sie auch auf den Umgang mit Kunden übertragen können. Insgesamt ist es ratsam, die komplette Customer Journey zu verbildlichen und den Kunden zu einem Teil davon zu machen. Dadurch steigt die Beschwerdehürde.

In Planspielen kann auch das Scheitern geübt werden. Wird im sicheren Rahmen eine neue Methode erlernt, die auch im „echten Leben“ einige Fehlschläge mit sich bringt, kann den Teilnehmern auf diese Weise die Angst vor dem „Versagen“ genommen werden. Sie erfahren spielerisch, dass Fehlversuche normal sind, sie aber erfolgreich sind, wenn sie es weiter versuchen.

Grundregeln des Spielens

Bei der Durchführung ist es wichtig, dass zwischen den Spielparts auch immer wieder theoretische Erklärteile liegen, die neue Methoden einführen oder das Team in die richtige Richtung lenken. Außerdem gibt es zu Beginn eine Einführung, die die wichtigsten Regeln erklärt, und am Ende eine Reflexion. Das stellt sicher, dass jeder Teilnehmer den größtmöglichen Lernerfolg für sich mitnimmt. Der Leiter bereitet im Vorfeld Tools zur Optimierung und Innovation vor, die den Mitspielern an der passenden Stelle etwas vermitteln und im weiteren Verlauf angewendet werden können. So fällt nach dem Spiel die Übertragung auf das eigene Leben leichter. Auch der Spielverlauf kann beeinflusst werden. Wenn die Teilnehmer merken, dass alte Verhaltensweisen unbrauchbar werden, schwenken Sie um auf neu aufgezeigte Methoden. So gestaltet sich auch der Start in eine agile Arbeitsweise leichter.

Planspiele richtig leiten

In vielen Gruppen besteht am Anfang eine Skepsis gegenüber Spielen im beruflichen Zusammenhang. Nach der Einführung, wenn jedem klar ist, was zu tun ist, wächst die Bereitschaft aber und die Spieler versetzen sich motiviert in ihre neuen Rollen. Dennoch ist es gerade bei Großgruppen sinnvoll, bereits im Vorfeld abzuklären, wer am Spiel nicht teilnehmen möchte – sonst wird die Dynamik der ganzen Gruppe gestört. Während des Spielens verselbstständigt sich der Verlauf. Jeder Teilnehmer gelangt in eine Art Tunnel. Als Leiter ist es Ihre Aufgabe, immer wieder das Geschehene in den größeren Zusammenhang zu setzen und neu gelernte und angewandte Verhaltensweisen und Methoden nochmals aufzuzeigen. Insbesondere eine kompakte Zusammenfassung ist unerlässlich für den Erfolg des Planspiels.

Sie möchten mehr darüber erfahren, wobei Planspiele Ihnen und Ihren Mitarbeitern helfen können? Dann hören Sie sich meinen aktuellen Sales-up-Call mit Nils Bäumer an. Der Experte für Innovationschancen und Veränderungsprozesse verrät im Interview, wie Sie spielerisch Abläufe in Ihrem Unternehmen optimieren.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit diesem Thema? Hinterlassen Sie mir gerne einen Kommentar!

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Warum Sie sich den Sales-up-Call zum Thema „Planspiele“ anhören sollten:

Sie werden schon bald spielend neue Potenziale entdecken, denn Sie erfahren unter anderem...
  • …welche Planspiele es gibt.
  • …wie Sie Spiel, Realität und Zukunft zusammenbringen.
  • …warum Sie Menschen im Verkaufsprozess nah ans Produkt bringen sollten.
  • …wie Sie LEGO Serious Play am besten einsetzen.
  • …warum Ihre Mitarbeiter agile Methoden in Planspielen leichter lernen und anwenden.
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