Probleme mit dem Chef? So geben Sie ihm die Richtung vor

Ihr Chef trifft im Unternehmen die Entscheidungen und da haben Sie als Mitarbeiter keinen Einfluss darauf? Er darf sich verhalten, wie er will, ohne dass er gemaßregelt wird? Falsch, denn Sie können Ihren Chef führen, ihn mit Ihren Ideen in eine bestimmte Richtung bewegen. Wie genau Sie in eine solche Position kommen und Ihre Probleme mit dem Chef lösen können, erkläre ich Ihnen in diesem Beitrag.

Probleme mit dem Chef lösen, indem Sie ihn führen

Als Vertriebler führen Sie Ihre Kunden zu einer Entscheidung: Sie bauen Vertrauen auf, erzeugen Bilder in ihren Köpfen, schaffen Ideen und erzielen im besten Fall einen Kaufabschluss. Führen bedeutet also, dass eine Person einer anderen folgt – körperlich oder auch nur rein gedanklich.

Dazu stehen Ihnen verschiedene Mittel zur Verfügung: Sie können mit der Person sprechen, die Ihnen folgen soll. Verbal können Sie sie von Ihrer Idee überzeugen. Dabei spielt auch Ihre Persönlichkeit eine bedeutende Rolle. Sie müssen sich in Ihr Gegenüber hineinversetzen können, die richtigen Argumente finden und den passenden Zeitpunkt abschätzen. Drohungen oder das Erzeugen von Druck hingegen können zwar manchmal zur gewünschten Reaktion führen, allerdings schadet ein solches Verhalten der Beziehung.

Um Probleme mit dem Chef zu lösen, können Sie ähnlich vorgehen wie bei Ihren Kunden. Bauen Sie Vertrauen zu ihm auf und überzeugen Sie ihn mit Ihren Ideen, Strategien und Plänen.

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Werden Sie zum Freund Ihres Chefs

Um Probleme mit dem Chef lösen zu können, empfiehlt es sich immer, eine positive Beziehung aufzubauen. Nur wer Ihnen vertraut, lässt sich auch von Ihnen führen. Damit Ihr Chef Ihnen vertraut, sollten Sie grundsätzlich seine Erwartungen an Sie als Mitarbeiter erfüllen. Das bedeutet aber nicht nur, dass Sie gesteckte Umsatzziele erreichen sollten. Beobachten Sie Ihren Chef genauer: Welche Werte sind ihm wichtig? Was lobt oder kritisiert er bei anderen Mitarbeitern? Welches Verhalten lebt er selbst vor?

Sie müssen die tatsächlichen Erwartungen und Prioritäten Ihres Chefs kennen, um diese erfüllen zu können. Legt Ihr Chef beispielsweise viel Wert auf Pünktlichkeit, sammeln Sie Pluspunkte, wenn Sie zu jeder Besprechung genau zur festgesetzten Zeit erscheinen. Die meisten Vorgesetzten schätzen die Unterstützung und Loyalität Ihres Teams. Um das zu erfüllen, müssen Sie sich aber nicht alles gefallen lassen oder falsche Zustimmung zeigen. Fallen Sie Ihrem Chef einfach nicht in den Rücken – weder in seinem Beisein noch unter anderen Kollegen, sondern greifen Sie ihm in schwierigen Situationen unter die Arme.

Falsches Verhalten vermeiden

Probleme mit dem Chef lassen sich nicht mit Komplimenten und Zuwendungen lösen. Aber bereits kleine Verhaltensänderungen können die Sichtweise verändern, die Ihr Chef auf Sie hat. Das fängt schon bei Ihrer Grundeinstellung gegenüber Ihrem Vorgesetzten an: Sehen Sie ständig nur die negativen Eigenschaften Ihres Chefs, spiegeln Sie das auch wider. Also setzen Sie sich einmal in einer ruhigen Minute hin und überlegen Sie ganz bewusst, welche positiven Eigenschaften Ihr Chef hat. Sollte Ihnen tatsächlich nichts einfallen, dann versuchen Sie doch, seine negativen Seiten in einem neuen Licht zu sehen: Ihr Chef ist für Kunden nie erreichbar? Nutzen Sie die Chance und werden Sie zum Ansprechpartner.

Und vergessen Sie nicht bei Problemen mit dem Chef: Ihr Vorgesetzter ist auch nur ein Mensch, er darf also Fehler machen. Seien Sie daher ein klein wenig nachsichtig, um Ihre neu gewonnene positive Einstellung gegenüber Ihrem Chef zu behalten. Sind Sie trotzdem einmal anderer Meinung oder fühlen sich ungerecht behandelt, sollten Sie das Ihrem Chef mitteilen. Passen Sie den richtigen Zeitpunkt ab und suchen das persönliche Gespräch. In einer ruhigeren Atmosphäre lassen sich die meisten Probleme mit dem Chef aufklären und er wird es Ihnen hoch anrechnen, dass Sie ihn nicht vor anderen in einer Diskussion verstricken oder Ihren Chef vorführen.

Probleme mit dem Chef?Werden Sie zum Berater

Haben Sie Ihrem Chef Ihre Loyalität bewiesen und sein Vertrauen gewonnen, können Sie in einem Vier-Augen-Gespräch Einfluss auf Ihren Chef ausüben. Ideal ist es, wenn Sie ihm bei einer Entscheidung mit Ihrem Fachwissen beratend zur Seite stehen können. Mit den richtigen Argumenten können Sie ihn in eine bestimmte Richtung führen.

Tritt mal wieder ein Problem auf, über das Sie Ihren Chef in Kenntnis setzen müssen, hier mein Rat an Sie: Konfrontieren Sie Ihren Vorgesetzten nicht nur damit, dass das Monatsziel nicht erreicht wird, sondern bringen Sie gleich ein, zwei Lösungsvorschläge mit in sein Büro. Denn vielleicht hatte Ihr Chef das Problem noch gar nicht im Kopf und wird sich daher freuen, wenn er schon Ihren Input erhält. Nutzen Sie also auch diese Chance, um Ihren Chef zu führen.

So lösen Sie drei häufige Probleme mit dem Chef

Es gibt immer wieder Tage, da hat man Probleme mit dem Chef. Er verlangt zu viel, hat keine Ahnung oder in einer Situation menschlich völlig falsch reagiert. Wie gesagt, hilft es in solchen Situationen, nachsichtig zu sein oder einmal die Perspektive zu wechseln. Für drei typische Probleme mit dem Chef finden Sie hier die Lösung:

  • Problem 1: Ihr Chef ist anstrengend und fordernd? Dann sollte Ihr erster Gedanke sein: Warum? Stimmen die Zahlen vielleicht im Moment nicht oder sind andere Mitarbeiter krank? Oder fordert Ihr Chef Sie, weil er weiß, dass Sie mehr schaffen könnten? Insbesondere wenn Ihr Vorgesetzter dieses Arbeitspensum selbst vorlebt, können Sie sich sicher sein, dass er Ihnen mit seinen Forderungen nichts Schlechtes will.
  • Problem 2: Ihr Chef glänzte nicht gerade mit Fachwissen? Das muss er nicht. Schließlich gibt es genügend sehr gut qualifizierte Mitarbeiter, die das fachliche im Griff haben. Als Führungskraft sollte er vor allem eines können: führen, fordern und fördern. Da sollten Sie ihm kleine fachliche Schwächen verzeihen können. Oder Sie greifen Ihrem Chef unter die Arme und unterstützen Ihn mit Ihrem Wissen. Zum richtigen Zeitpunkt und mit der richtigen Art freut sich Ihr Chef sicherlich über den Beistand und wird Sie demnächst vielleicht häufiger zu Rate ziehen.
  • Problem 3: Ihr Chef schätzt Situationen falsch ein und Empathie ist nicht gerade seine Stärke? Dann sollten Sie herausfinden, ob das einfach seine Art ist oder ob er aktuell unter großem Druck steht. Letzteres würde bedeuten, dass sich sein Verhalten über kurz oder lang wieder ändert. Wenn das nicht der Fall ist, sollten Sie ein klärendes Gespräch suchen. Vielleicht ist sich Ihr Vorgesetzter seines Verhaltens gar nicht bewusst. Wenn Sie Ihren Chef zu einer Verbesserung bewegen können, ist Ihnen sicherlich das ganze Team dankbar.

Sie können auch gehen

Wirklich schlechte Chefs sind ausgesprochen selten, aber es gibt sie. Daher sollten Sie sich stets die Option offen halten, das Unternehmen zu wechseln. Das ist zwar kein schöner Gedanke, bewahrt Sie aber vor der Angst, gefeuert zu werden. So sind Sie in Ihrem Handeln freier und müssen nicht jede Veränderung im Unternehmen kommentarlos hinnehmen. Gehört Ihr Chef gar zu den Psychopathen, die immer wieder gezielt Mitarbeiter angreifen oder bewusst schlecht behandeln, rate ich Ihnen das Unternehmen zu verlassen. Bei solchen Problemen mit dem Chef bleibt leider auch ein Vier-Augen-Gespräch meist erfolglos.

Braucht ein Unternehmen überhaupt noch einen Chef?

Strikte hierarchische Strukturen verschwinden immer mehr aus modernen Unternehmen. Insbesondere in kreativen Berufen kann jeder Mitarbeiter Ideen oder Vorschläge beisteuern, egal auf welcher Unternehmensstufe er steht. Und auch in Stellenanzeigen wird immer häufiger mit flachen Hierarchien geworben. Aber wie viel Freiheit sollte man den Mitarbeitern lassen? Sicherlich hat gemeinschaftliches Entscheiden Vorteile. Es können mehr Ideen und Sichtweisen berücksichtigt werden und Mitarbeiter stehen eher hinter der getroffenen Vereinbarung, als wenn sie von oben herab vordiktiert wird.

Allerdings gibt es Krisensituationen, in denen ein Chef benötigt wird. Muss beispielsweise entschieden werden, wie das Unternehmen wieder aus den roten Zahlen kommt, kann gemeinschaftliches Entscheiden zum Nachteil werden. Insbesondere wenn Leute entlassen werden müssen, fällt die Wahl in der Gemeinschaft schwer. Auch das Aufeinandertreffen von mehreren dominanten Persönlichkeiten kann einer Einigung innerhalb der Gruppe im Weg stehen und verlangt daher einen Chef, der die endgültige Entscheidung trifft.

Fazit

Solange Ihr Vorgesetzter Ihnen aber vertraut, gibt es nur wenige Probleme mit dem Chef, die sich nicht in einem Vier-Augen-Gespräch klären lassen. Loyalität, Unterstützung und Vertrauen sind die Basis, die es Ihnen ermöglicht, Ihren Chef zu führen. Sei es eine gewünschte Verhaltensänderung oder ein gut gemeinter fachlicher Rat – trauen Sie sich das Thema gegenüber Ihrem Chef anzusprechen und geben Sie Ihrem Chef so die Richtung vor.

Sie möchten mehr darüber erfahren, wie Sie Probleme mit dem Chef lösen und ihn in die richtige Richtung bewegen können? Dann hören Sie sich meinen aktuellen Sales-up-Call mit Dr. Bernd Geropp an. Der Buchautor und Coach schult Führungskräfte in ihren täglichen Aufgaben und hat mir im Interview verraten, wie Sie Ihren Chef führen können.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit diesem Thema? Hinterlassen Sie mir gerne einen Kommentar!

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  • … welche vier Typen von schlechten Chefs es gibt und wie man mit ihnen umgeht.
  • … wie Sie eine positivere Einstellung gegenüber Ihrem Chef bekommen.
  • … was Sie tun können, um Ihren Chef zu verändern.
  • … wie Sie Ihren Werten und Ansprüchen Ihrem Chef gegenüber treu bleiben.
  • … wie ein Unternehmen ohne Chef aussehen könnte.
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Bildquelle Titelbild: Fotolia 2017/ © pressmaster

2017-10-04T07:44:50+00:00 0 Kommentare

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